Wir trafen Patrick Herwig, den Geschäftsführer des Sexkontaktanzeigen-Portals "FirstAffair.ch" zum Interview.
Herr Herwig, Sexkontaktanzeigen sind Ihr tägliches Brot. Worin hebt sich FirstAffair.ch von anderen Portalen in dieser Kategorie ab? Wie verhindern Sie, dass FirstAffair.ch ein schmuddeliges Image bekommt?
Unsere Ziele bei FirstAffair.ch sind eher langfristig orientiert. Wir wollen uns noch in fünf Jahren auf dem Markt behaupten. Deswegen setzen wir auch eher auf nachhaltige Ziele: Zuverlässigkeit, Seriosiät und Transparenz sind für uns wichtige Werte. Nur damit können wir unsere Kunden überzeugen und halten. An einem schnellen Profit sind wir nicht interessiert. Wir setzen auf Langfristigkeit und Qualität. Vor der Veröffentlichung werden alle Inserate von uns geprüft. So werden Spass-Profile und nicht seriöse Anzeigen aussortiert.
"AdultFriendFinder" und "C-Date" gehören zu Ihren grössten Konkurrenten. Sie kämpfen um dieselbe Zielgruppe. Was bringt Ihre Kunden trotzdem dazu, sich für FirstAffair.ch zu entscheiden? Sind Sie besser als Ihre Konkurrenz?
Viele unserer Kunden mischen von vornherein in mehreren Portalen mit. Deswegen sehen wir uns hier auch nicht als Konkurrenz sondern eher als Bereicherung des Marktes. Nur wo es ein grosses Angebot gibt, kann der Kunde sich für die besseren und besten entscheiden. Unser Angebot ist auch eher im Bereich "First-Class-Sexkontaktanzeigen" angesiedelt. Viele Mitglieder geben uns sehr positive Rückmeldungen über unsere hohe Qualität im Vergleich zu anderen Anbietern.
Sie haben innnerhalb von 2 Jahren viele Marketing-Aktionen und eine grosse TV-Werbekampagne gestartet. Über 150'000 neue Mitglieder konnten Sie gewinnen. Worin unterscheidet sich FirstAffair.ch von anderen Portalen? Was ist Ihr Wettbewerbsvorteil?
Qualität finden wir überzeugender als Quantität. Unsere Mitglieder werden alle handgeprüft. Eine hohe Mitgliederanzahl ist zwar immer noch einer der stärksten Verkaufsargumente. Schauen Sie sich die Mitgliederstruktur aber einmal genauer an - Sie werden sehen, dass ein hoher Prozentsatz davon Spam, Fakes oder Schlimmeres ist.
Wer verheiratet ist, im öffentlichen Leben steht oder beruflich Erfolg hat, möchte nicht gerade in einem Portal für Sex-Kontaktanzeigen wiedererkannt werden. Wie schützen Sie die Mitglieder von FirstAffair.ch gegen unerwüschte Publicity?
Unsere Mitglieder haben die Möglichkeit, bei FirstAffair.ch anomym zu bleiben. Sie entscheiden selbst, wer was sehen darf. Wir haben uns dafür das Konzept der "Vertrauensleute" ausgedacht. Den Vertrauensleuten gewähren Sie Zugriff auf Ihre Fotos. Das sind meistens Menschen, zu denen Sie einen intensiveren Kontakt wünschen. Die anderen bleiben aussen vor. Ausserdem sind Ihre persönlichen Daten bei FirstAffair.ch geschützt. Für eine Anmeldung reicht eine gültige E-Mail-Adresse und deren Bestätigung aus.
Sexkontakte sind eher etwas für das starke Geschlecht. Bei FirstAffair.ch gibt es aber eine erstaulich hohe Frauenquote: Über 30% der Mitglieder sind Frauen. Wie machen Sie das?
Frauen brauchen ein Umfeld, dass auf sie vertrauenswürdig wirkt. Frauen werden oft durch rüpelhaftes Benehmen oder allzu plumpe Anmache abgeschreckt. Unser seriöses Image und die Transparenz unseres Geschäftsmodells arbeitet dem aber entgegen.
Der Einstieg bei FirstAffair.ch ist für Männlein und Weiblein gratis. Aber was kommt dann? Produziert eine kostenlose Anmeldung nicht die Karteileichen von morgen?
Um dies zu verhindern, haben wir einen effektiven Mechanismus eingebaut: Karteileichen werden nach einer Inaktivität von 180 Tagen gelöscht. So gewährleisten wir die Qualität der Kontaktanzeigen. Ausserdem zahlen Frauen bei uns auch einen Beitrag, sobald sie unseren Premium-Service nutzen wollen. Die Beliebheit unseres Portals lässt dies zu!
Schaffen es denn die zahlenden Mitglieder wirklich, ein sexuelles Abenteuer zu finden? Wie hoch ist die erfolgreiche Vermittlungsquote bei FirstAffair.ch tatsächlich?
Die Vermittlung von erotischen Kontakten bis hin zum leidenschaftlichen Abenteuer haben wir uns bei FirstAffair.ch ja selbst auf die Fahne geschrieben. Eine exakte Statistik, wie oft sich wer mit wem trifft, gibt es aber aus verständlichen Gründen nicht. Das liegt in der Natur der Sache: Abenteuer und Seitensprung werden nicht publik gemacht. Wir unterstützen auch keine Erfolgsmeldungen oder gar einen Blog mit Fotos oder ähnliches. Bei vielen Online-Singlebörsen ist so etwas ja durchaus üblich - auch wegen dem guten Werbeeffekt. Dort sehen Sie Fotos von glücklichen Paaren vor dem Altar. Da unsere Paare eher im Bett als vor dem Altar landen - wie sollten denn da die Fotos aussehen? ... (lacht)
Im Gegensatz zu einfachen Singlebörsen loggen sich unsere User fast täglich ein - manche sogar mehrmals pro Tag. Viele nutzen auch den FirstAffair.ch-Livechat. Dies lässt sich durch die Auswertung des Traffics auf unseren Seiten belegen. Am Abend oder Wochenende sind es Hunderte, die gleichzeitig online sind.
Das beste Argument ist aber immer noch eine Verlängerung der Mitgliedschaft bei uns. Das bestätigt doch, dass sich eine Mitgliedschaft bei FirstAffair.ch rentiert. Für uns ist das der Beweis, dass FirstAffair.ch funktioniert. Wenn eine Erfahrung besonders gut war, bekommen wir auch ab und zu Dankesschreiben per E-Mail - sogar von Frauen!
Gibt es ein durchschnittliches FirstAffair.ch-Mitglied? Welche Eigenschaften hat es?
Unsere Mitglieder sind sehr unterschiedlich. Allerdings gibt es statistische Auswertungen der Mitglieder-Daten: Die Damen sind bei uns durchschnittlich 32 Jahre alt, die Herren ungefähr 35. Die Männer sind überwiegend berufstätig und verheiratet und die Frauen sind ebenfalls verheiratet aber nicht berufstätig.
Bei FirstAffair.ch können nicht nur Männern und Frauen nach einem erotischen Abenteuer suchen, sondern auch Paare. Welche Vorlieben kommen am häufigsten vor?
Paare suchen meistens nach einer Frau oder aber einem anderen Paar. Zur der Häufigkeit der Vorlieben kann ich Ihnen sagen, dass unsere Mitglieder ein sehr grosses Spektrum an Vorlieben haben, so dass ich Ihnen gar keine typischen Vorlieben nennen kann.
Wie viele Paare sind denn bei FirstAffair.ch aktiv?
Ungefähr jedes zwanzigste Mitglied ist ein Paar. Gerade von den Paaren erhalten wir sehr viele positive Rückmeldungen.
Eine Geissel der Branche sind ja bekanntlich die Geschäftemacher, die ihre SMS-Dienste über Online-Plattformen bewerben oder sich als Frauen ausgeben und Unterhöschen gegen einen Obulus anbieten. Was unternimmt First Affair dagegen?
Ja, auch wir haben mit dieser Art der Geschäftemacher zu tun. Es ist eine Plage. Mitglieder werden dadurch belästigt und abgezockt. Wir sehen das aber auch als Herausforderung, diesen Leuten einen Riegel vorzuschieben. Ganz ausrotten können wir sie aber leider nicht - es wachsen immer wieder neue nach. Die günstigen Accounts für die Damen werden oft für dieses Treiben missbraucht.
Durch den Beitrag, den wir den Damen bei einer Kontaktaufnahme berechen, ist der Spam erheblich weniger geworden. Unsere Mitglieder melden uns auch oft Fakes oder Profile anderer Profit-Geier. Die gemeldeten Profile werden dann überprüft und müssen oft genug auch gelöscht werden.
Herr Herwig, wie sind Sie eigentlich zu diesem Job als Geschäftsführer eines Sexkontaktanzeigen-Portals gekommen? War das geplant? Welche Reaktionen zeigt Ihr privates Umfeld?
Für mich ist es mehr als nur ein Job, es ist mein Beruf. Als Geschäftsführer ist heute ein Studium der Betriebswirtschaft obligatorisch. Ganz unabhängig, in welcher Branche Sie tätig sind. Es geht ja hier auch mehr um die Leitung eines profitablen Unternehmens, um die Lenkung von wirtschaftlichen Abläufen. Dass es dabei auch um Sex geht, ist mir egal. Dementsprechend hat mein Beruf auch keinen negativen Einfluss auf mein persönliches Umfeld.
Wie gross ist die Anzahl der Mitarbeiter, die mittlerweile bei FirstAffair.ch arbeiten?
Auch wir nutzen Outsourcing - einige Aufgaben haben wir an andere Unternehmen abgegeben. Das ist einfach die günstigste Lösung. Deswegen ist die Anzahl unserer Mitarbeiter auch nicht ganz so hoch, wie man gemeinhin vermuten mag. Das Kern-Team besteht aus weniger als fünf festangestellten Mitarbeitern.
Wird FirstAffair.ch von Ihren Mitarbeitern auch privat genutzt?
So weit ich weiss, gibt es auch einige private Accounts, ja. Mehr dazu kann ich Ihnen aber leider nicht sagen. ;-)
Eine abschliessende Frage hätten wir noch: Wo sehen Sie das Unternehmen FirstAffair.ch in den nächsten fünf Jahren?
Die Online-Branche boomt - deswegen werden alle ohnehin schon erfolgreichen Online-Unternehmen weiter wachsen. Die Nachfrage für Sexkontaktanzeigen ist nach wie vor gross. Unsere Mitgliederzahlen werden ebenfalls wachsen. Eine zunehmende Liberalisierung im Bereich der Erotik bringt uns noch zusätzliche Mitglieder. Geplant sind ausserdem der Aufbau von Portalen in anderen Ländern.
Wir danken Ihnen herzlich für dieses Interview, Herr Herwig!