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News von den Schweizer Singlebörsen
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Testen, ob Freundin passt
St. Gallen, 28.08.2009 - Online-Partnerbörsen sind für Singles da. Was
aber, wenn sich ein Paar anmeldet? Besteht die Liebe den psychologischen Test?
Meine Freundin und ich haben beschlossen, den Selbstversuch zu wagen. Jetzt
heisst sie Jennifer78 und überlegt, was sie mehr stört: wenn ich nicht auf
ihre sachlichen Argumente eingehe oder wenn ich ihre Gefühle ignoriere. Ich
hingegen muss mich entscheiden, ob ich lieber eine Beförderung ohne
Gehaltserhöhung oder eine Gehaltserhöhung ohne Beförderung möchte.
Jennifer78 wählt die Gefühle, ich das Geld. Nächste Frage.
Wer sich bei einer Online-Partneragentur dem psychologischen Einstiegstest
unterzieht, merkt schnell, dass es hier um mehr geht als im Multiple-Choice-Quiz
einer Frauenzeitschrift. Die Agentur Parship zum Beispiel ermittelt bei ihren
Kunden mit 80 Fragen 26 Persönlichkeitsmerkmale, erstellt daraus ein Profil und
vergleicht es mit Millionen anderen. Für den Test wählen wir einen
Konkurrenten (www.be2.ch) aus und
kämpfen uns durch seitenweise Fragebogen. Der Test umfasst Gegensatzpaare,
zwischen denen man sich verorten muss: Tradition oder Umbruch, Reden oder
Zuhören? Skalen, um Aussagen wie «Mein Partner sollte dominant sein» zu
bewerten. Sätze zum Ankreuzen, welche die Lebenseinstellung beschreiben sollen:
«Folge Deinem Instinkt» oder «Nutze den Tag». Schliesslich auch
Selbstbeschreibungen: Bin ich witzig, diszipliniert und/oder geheimnisvoll?
Jennifer78 und ich starten gut. Auf der ersten Seite stimmen wir in sechs von
acht Antworten überein, danach sogar in zehn von elf. «Wir sind kein Paar, wir
sind Klone», sagt sie. Ich kreuze an, dass ich «überhaupt nicht mehr» weiss,
«welche Kleider ich vor einer Woche getragen habe» – genau wie sie.
Unterschiede zeigen sich bei den Gegensatzpaaren Ruhe und Aktivität sowie bei
Im-Rampenlicht-Stehen versus Im-Hintergrund-die-Fäden-ziehen.
Rational oder emotional?
Zum Schluss erscheint das Testergebnis in Form von sieben Achsen. Wir werden
zwischen Wortpaaren wie Tradition–Innovation, Rationalität–Emotionalität,
Beobachten–Fühlen plaziert. Eine dicke Linie zeigt zudem an, wo sich der
Idealpartner befinden sollte, damit die Beziehung harmonisch verläuft und erst
mit dem Tode endet.
Dann gilt es ernst. Wir vergleichen unsere Ergebnisse – und atmen auf. So
weit liegen wir gar nicht auseinander. Bei einigen Achsen stehen die Pfeile
sogar am identischen Ort. Anderes passt weniger. Bei mir heisst es: «Auch wenn
Sie einen introvertierten Menschen interessant finden, sollten Sie sich nicht zu
einem rein zweisamen Leben verführen lassen.» Ich denke beruhigt an unsere
getrennten Wohnungen.
Kurz darauf treffen per E-Mail die ersten Partnerempfehlungen ein: Eine
26jährige Braunhaarige aus Burgdorf soll meine Traumfrau sein. Ich lösche das
Mail und führe Jennifer78 aus.
Quelle: tagblatt.ch
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