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Gehen Sie mit uns auf eine virtuelle Zeitreise und erfahren Sie mehr über die historische Entwicklung der Kontaktanzeigen-Partnersuche. Erfahren Sie mehr darüber, wie sich die Gesellschaft vom 18. Jahrhundert bis heute kontrovers mit dem Thema auseinandersetzte und wie es um die erotischen Kontaktanzeigen und deren Akzeptanz bestellt ist.
Der Umgang und die Akzeptanz einer Kontaktanzeigen-Partnersuche ist für jede historische Epoche ein Spiegel für den allgemeinen Umgang mit den Themen Gesellschaft, Kultur und Sexualität. Ob Partnergesuche, Heiratsannouncen und Kontaktanzeigen in den Printmedien oder den heutigen Online-Singlebörsen, alle Anzeigen-Formen haben gemeinsam, dass sie oft einen schweren Stand in der gesellschaftlichen Akzeptanz hatten.
Warum das Bürgertum Kontaktanzeigen-Partnersuche in Zeitungen verabscheute:
Die bürgerliche Gesellschaft hatte besonders zur Zeit ihres Entstehens den Anspruch, moralisch besonders streng und mit den Sitten im Einklang zu sein. Wer diese Moral allerdings genauer unter die Lupe nimmt, stellt fest, dass es sich dabei um eine Doppelmoral handelte, bei der man eine gesellschaftlich akzeptierte Fassade aufbaute, während sich dahinter verbarg, was tatsächlich in der Familie vor sich ging.
Um die Fassade aufrecht zu erhalten, wurden alle Tendenzen unterbunden, das private Leben an die Öffentlichkeit zu tragen – die Redewendung „darüber spricht man nicht...“ erstickte jeden Versuch schon im Ansatz, die Privatsphäre in der Öffentlichkeit breit zu treten.
Heiratsannouncen in der Zeitung waren allerdings genau das Gegenteil von einer Geheimhaltung der Privatsphäre. Mit einer öffentlichen Kontaktanzeigen-Partnersuche streckte man eine Hand in die Öffentlichkeit aus, um einen Ring daran zu bekommen. Es entbrannte eine kontroverse Debatte darüber, ob es überhaupt „schicklich“ sei, per Heiratsannounce einen Ehepartner zu suchen.
Geschichte der Kontaktanzeigen-Partnersuche:
Sehr schnell verbreiteten sich Meinungen über Heiratsgesuche und Kontaktanzeigen-Partnersuche, die etwa so zitiert werden können:
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„Mit ihr oder ihm stimmt etwas nicht, sonst würden sich doch Bekannte um die Vermittlung kümmern“.
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„Es führt zu nichts Gutem und ist unsittlich, die Privatsphäre der Öffentlichkeit preiszugeben“.
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„Es ist durch das Schicksal vorbestimmt, ob jemand einen Partner findet oder ehelos bleibt. Es ist ein Frevel, hier einzugreifen“.
Nach einiger Zeit tauchten dann Partnergesuche auf, die den Zusatz enthielten: „Ich suche auf dem heute nicht mehr ganz unüblichem Wege …“. Dieser Passus sollte zur Rechtfertigung nach aussen dienen, konnte jedoch nicht verbergen, dass die bürgerliche Gesellschaft die Kontaktanzeigen-Partnersuche verachtete.
Die meisten Paare, die sich durch eine Kontaktanzeigen-Partnersuche kennengelernt hatten, verschleierten ihre Geschichte. Sie verlegten ihr Kennenlernen auf einen Opernbesuch oder Geburtstag, auf dem man "zufällig gemeinsam" eingeladen war. Denn man nannte diese Damen und Herren verächtlich „Anzeigenbekanntschaften“. Noch bis in die 1990-er Jahre sagte man besser nicht, dass man sich auf eine Bekanntschaftsanzeige, dem Nachfolger der Heiratsanzeige, kennengelernt hatte.
Online-Kontaktanzeigen-Partnersuche – 800’000 sind dabei, nur ich nicht...
Der Online -Kontaktanzeigen-Partnersuche ging es kurz nach ihrer "Geburt" nicht anders als den Heirats- und Partnergesuchen in den Zeitungen. Zuerst wurde durch die Medien verbreitet, dass im Internet nur Männer ein erotisches Abenteuer suchen oder Computer-Nerds auf Frauenfang wären.
Dem folgte eine Phase, in der sich der Boulevard-Journalismus regelrecht auf das Online-Dating stürzte. Damit wurde natürlich verstärkt die Aufmerksamkeit der Singles auf das neue Medium zur Kontaktanzeigen-Partnersuche gelenkt. Singlebörsen und Online-Partnervermittlungen erlebten einen regelrechten Boom. Wenn man allerdings auf einer Party fragte, ob jemand selber Online-Dating betreibt, so kannten manche immer nur einen, der jemand kannte, der dies angeblich schon einmal ausprobiert hatte...
Mittlerweile ist die Partnersuche im Internet gesellschaftsfähig geworden. Über
800’000 Schweizer Singles nutzen die Online-Angebote bei der Partnersuche und stehen auch dazu, denn Online-Dater sind mittlerweile hip und trendy geworden. Es ist kein Tabu mehr, zu erzählen, dass man im Web flirtet und sich online auf Kontaktanzeigen-Partnersuche befindet. Im Gegenteil, man plaudert amüsiert über die Erfahrungen, die man mit dem letzten Date gemacht hat.

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