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Interview mit Dr. Josef Lang:
Profile bei der Partnersuche Schweiz können auch täuschen

Dating-Plattformen führen Lebenspartner zusammen, die ähnliche Eigenschaften haben. Ob eine Beziehung hält, ist von andern Faktoren abhängig, sagt der Psychotherapeut und Spezialist für die Partnersuche Schweiz Josef Lang. 

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Josef Lang, Dr. phil. und lic. theol., Psychotherapeut FSP, führt eine Therapie- und Paarberatungspraxis in Wettingen. 1998 war er Initiant von paarberatung.ch, der ersten Internetberatungsstelle für Paare im deutschsprachigen Raum.

Herr Dr. Lang, wie gross ist die Chance, dass ich im Internet bei der Partnersuche Schweiz den Lebenspartner finde?

Laut Studien wissen wir: 65 Prozent der Menschen, die sich auf Dating-Plattformen bewegen, sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. Von diesen sind wiederum zwei Drittel Männer. Statistisch haben demnach Frauen zwischen 20 und 40 die besten Chancen, via Internet einen Partner zu finden. Ob das gleich der Partner des Lebens ist, den immerhin 20 Prozent aller Plattform-Nutzer suchen, bleibe dahingestellt. Sehr viel hängt schliesslich davon ab, wie kommunikativ jemand ist und wie man sich darstellen kann.

Die Partnersuche Schweiz im Internet wird sehr rege benutzt: Wie erklären Sie sich dieses grosse Interesse?

Das Internet ist grundsätzlich das Medium von heute. Immer mehr nutzen es, es hat sich mächtig entwickelt. Zum andern sprechen diese Plattformen den Menschen gleich mehrfach an. In der Psychologie erkennt man vier Hauptbedürfnisse, die den Menschen umtreiben: Selbstkontrolle haben, Lustgewinn und Unlustvermeidung, sich binden und seinen Selbstwert erhöhen. Alle vier Bedürfnisse lassen sich mit der WWW-Partnersuche Schweiz ausgeprägt verwirklichen.

Also ist das Internet nicht einfach die letzte Station von Leuten, die verzweifelt einen Partner suchen und ihn im Alltag nicht finden?

Keinesfalls. Es wäre falsch, sich gehemmte oder verzweifelte Leute vorzustellen, die das Internet zur Partnersuche Schweiz nutzen. Es gibt genügend Zeugnisse von Menschen, die über das Internet einen Lebenspartner gefunden haben und die ausserhalb des Internets durchaus kontaktfähig und kommunikativ sind. Immer mehr Leute sind heute ohnehin stundenlang für alle möglichen Verrichtungen online. So ist das Internet schlicht ein logischer Ort, wo man sich auch begegnen kann.

Können Beziehungen, die via Internet aufgebaut wurden, gleich "echt" sein wie herkömmliche Beziehungen?

Eine Beziehung wird dann echt, wenn sie die virtuelle Welt verlässt, wo sie begonnen hat, und in der physisch realen Welt ankommt. Wenn man sich nie trifft und nur virtuell miteinander verkehrt, stelle ich die Echtheit in Frage. Der Psychologe Azy Barak hat in diesemZusammenhang einmal in Anlehnung an den "Phantomschmerz" von "Phantomgefühlen" gesprochen: Man entwickelt Gefühle, die allein von der inneren Vorstellung erweckt und nicht durch ein reales Gegenüber ausgelöst werden.

Was ist primär anders, wenn man sich bei der Partnersuche Schweiz via Internet kennen lernt, als wenn man sich sonst wie begegnet?

Eine Internetbeziehung verläuft von innen nach aussen: Man erfährt vom andern Haltungen, Einstellungen und Charakterzüge, bevor man den Menschen real sieht. Bei den herkömmlichen Begegnungen läuft es gerade umgekehrt, von aussen nach innen: Wir sehen eine Frau oder einen Mann, die oder der uns gefällt, aber haben noch keine Ahnung, was sie oder er denkt, wie sie oder er ist.

Das würde eigentlich für Internetbeziehungen sprechen, werden doch generell die ‹inneren Werte› für wichtiger gehalten als Äusserlichkeiten.

Das Problem ist, dass man auch ein Bild von sich durchgeben kann, das so nicht stimmt. Dass man etwas vortäuscht. Denn jeder und jede will sich so darstellen, damit die Chancen möglichst gut sind, beim andern anzukommen.

Was halten Sie von den Profilen, mit denen man sich bei der Partnersuche Schweiz auf den Dating-Plattformen charakterisiert? Sind sie aussagekräftig genug, um damit einen möglichst passenden Partner zu finden?

Ich bin eigentlich überrascht, wie breit und recht differenziert bei einigen Plattformen die Palette der Fragen ist, die man beantworten muss. Das finde ich nicht schlecht gemacht. Ich weiss auch, dass die Computer diese Fragenkomplexe ziemlich raffiniert miteinander abgleichen können. Gerade bei soziologischen Daten wie Beruf, Schichtzugehörigkeit, Bildungsstand usw. kann der Computer sehr gut Leute selektionieren, die füreinander in Frage kommen.

Wie wichtig sind diese soziologischen Übereinstimmungen für die Partnersuche Schweiz?

Ich würde sie nicht unterschätzen. Man weiss aus Studien, dass Beziehungen und Ehen stabiler sind, wenn die beiden Partner aus einem ähnlichen soziologischen Umfeld kommen. Mein Problem mit diesen Profilen ist ein anderes.

Nämlich? 

Sie suggerieren, dass Menschen, die am Anfang ähnliche Interessen, Einstellungen und Bedürfnisse haben, automatisch zusammenpassen und dadurch auch eine Partnerschaft funktioniert. Das ist aber nicht so. Ein Paar verändert sich, nimmt Einfluss aufeinander. Die ursprünglichen Eigenschaften verändern sich je nach Partner, den man hat.

Welche Eigenschaften sprechen dafür, dass eine Beziehung möglichst hält?

Untersuchungen wie am Familieninstitut an der Universität Fribourg haben ergeben, dass vier Fähigkeiten entscheidend sind, ob sich ein Paar durchkämpfen kann oder nicht: Die Fähigkeit zu kommunizieren, die Fähigkeit Probleme konstruktiv zu lösen, die Fähigkeit mit Stress umgehen zu können und die Fähigkeit, den Partner in seinem Anderssein akzeptieren zu können. Solche Qualitäten werden in den Profilen nicht ersichtlich.

Sie schälen sich erst nach der Partnersuche Schweiz heraus, wenn ein Paar miteinander lebt.

So ist es. Deshalb sollte man sich nicht täuschen lassen von anfänglichen Übereinstimmungen. Gerade wenn ein Lebenspartner gesucht wird, sind oben genannte Qualitäten entscheidender als jene, die auf den Dating-Plattformen gewöhnlich in den Vordergrund gerückt werden.

Herr Dr. Lang, wir bedanken uns bei Ihnen recht herzlich für das interessante Gespräch über die Partnersuche Schweiz!

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