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Als der Singlebörsen-Vergleich im Jahre 2003 zum Dienst antrat,
stellte sich für Singles noch die Frage: Ab in den Chatroom - oder lieber
eine Kontaktanzeige im Internet schalten? Der Chat ging baden - und mit
der Internet-Partnervermittlung etablierte sich um 2004 herum eine
weitere, besonders seriöse Form des Singleportal.
Im Jahr 2006 schwappte die Welle der Communities (oder auch
"Social Networks" genannt) auch über die Schweiz - mit unvorhersehbarer Wucht: Wörter wie
"YouTube" oder "Facebook" sind unter den
Top-20-Suchbegriffen laut Google Trends. Wer Geschäfte machen will, druckt
heutzutage seinen Link zum "XING"-Profil auf die Visitenkarte.
Ganz Ü30-Zürich kommuniziert Tag und Nacht über "Die Lokalisten".
Von neuen Communities für Sportsfreunde, Hundehalter, Stammbaum-Freaks
oder Esoterikern ganz zu schweigen...
Was bedeutet das für die wenige Jahre älteren Singleportale? Sind sie
schon verwaist? Plattgemacht vom neuen Community-Trend?
Eine klare Antwort: Nein!
Auch die Singleportale konnten seit 2006 weiter wachsen und haben sich
nun auf einem Niveau von monatlich rund 750'000 Singles auf Partner-Suche
eingependelt. Der Umsatz überschritt im Jahre 2012 wieder deutlich die 30-Millionen-Fränkli-Marke.
Beide "Branchen" können also wunderbar nebenher existieren -
zumal die rein werbefinanizerten Communities zum Teil sogar davon leben,
dass sie für Singleportale Werbebanner schalten und denen somit wieder
neue Gesichter zuführen!
Sie als Single haben natürlich die Qual der Wahl, wenn es darum geht,
wo Sie mit der Partner-Suche im Internet loslegen. Darum skizzieren wir
zunächst mal das Wesen beider "Welten":
| Singleportale wie FriendScout24.ch |
Social Networks
wie Facebook |
| Standard-Profile mit Angaben zum
Wunschpartner und zur Person |
Freiräume zur persönlichen Entfaltung
mittels eigener Homepage, Blogs, Fotoalben, Video-Galerien,... |
| Man ist auf sich allein gestellt. |
Der Kontakt der Mitglieder
untereinander steht im Vordergrund. |
sehr hohe
Anonymisierung
(Ausnahme: freiwilliges Foto) |
Offenheit bezüglich der eigenen Person
ist erwünscht. |
| i.d.R. kostenpflichtig |
i.d.R. kostenlos |
Aus diesen prinzipiellen Unterschieden ergeben sich direkt die
jeweiligen Vorteile für diese beiden Wege der Partner-Suche im
Internet:
Vorteil Community:
- Communities sind meist günstiger in der Nutzung als
Singleportale.
- Sie erhalten über Community-Mitglieder viel persönlichere
Informationen als nur das Kontaktanzeigen-typische
"Sternzeichen" oder die Antwort auf "Was würdest Du
auf eine einsame Insel mitnehmen?", z.B. Lebensläufe und
Karrierestationen bei XING
(gerade für Frauen interessant), Urlaubsfotos, Lieblingsbücher,
soziale Umfelder, politische Meinungen,...
- Die Vernetzung und der Einblick in "virtuelle Leben"
schafft leicht Anknüpfungspunkte für die Kontaktaufnahme.
Vorteil Singleportal:
- Communities werden von "Leuten" bevölkert, Singleportale
hingegen von "Singles". Das erleichtert die Partner-Suche in
Singleportalen rein mengenmässig ungemein. Bei einigen Communities
können Sie auch gar nicht erkennen, ob jemand Single ist oder nicht.
Nicht jeder will in die "virtuelle Welt" hinausposaunen,
dass er oder sie auf Partner-Suche ist. Warum sollen das z.B. die
Kommilitonen im StudiVZ erfahren? Singleportale sind hier deutlich
geschlossener.
- Kosten sind nicht nur doof, sondern auch ein wichtiges
Selektionsinstrument: Wenn Sie bei dem Singleportal Parship von
jemandem kontaktiert werden, dann sucht dieser ziemlich ernsthaft - er
hat über CHF 100.-- bezahlt!
- Community bedeutet: Sie müssen in der Gemeinschaft auch mitleben,
sprich in Foren diskutieren, bloggen, Freundeskreise aufbauen usw.
Erst dann werden Sie in der Gemeinschaft als vollwertiges Mitglied
akzeptiert - und erst dann kann die Partner-Suche losgehen. Klingt
anstrengender als bei einem Singleportal - und ist es auch!
- Sie erfahren viel über andere Community-Mitglieder - ud müssen im
Gegenzug auch viel von sich offenbaren. Anonymität ist etwas anderes!
Fazit dieser ganzen Ausführungen:
Communities eignen sich hervorragend für Singles,
- die nichts bezahlen möchten
- die gerne einen Teil ihrer Freizeit online verbringen
- denen es nichts ausmacht, mit dem "Single"-Status hausieren zu
gehen
- die eh schon in den virtuellen Welten zuhause sind
Singleportale dürften eher für Singles geeignet sein,
- die bei der Partner-Suche anonym bleiben möchten
- die bei der Partner-Suche zielstrebig vorgehen möchten
- die keine Lust haben, ihr Lebens ins Internet zu verlegen
Unser Lieblingstipp an alle Singles, die es noch nicht so genau wissen,
lautet aber: Probieren Sie doch einfach mal drei Singleportale und drei
Communities aus.
Das Ausprobieren ist auch bei den Singleportalen völlig kostenlos!
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Der Autor: Daniel Baltzer
beobachtet seit 2005 die Online-Dating-Szene in der Schweiz und gilt in den Medien als führender Experte zum Thema.
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