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"FriendScout24 weiss wie echte Mitglieder sich verhalten. Es gibt Satzbausteine, die sofort einen Alarm auslösen."

Marc Christian

Vize Präsident für User Service und Fraud Prevention bei Friendscout24.ch

Durchgeführt am 28. Mai 2013.

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Sie geben alles für die Mitglieder von Friendscout24. Die Mitarbeiter der Abteilung "Fraud Prevention" sind Tag für Tag damit beschäftigt, Betrugsversuche, Spam und Fake-Profile von den Friendscout24-Kunden fernzuhalten. Bei täglich 10'000 Neu-Anmeldungen und rund 10 Millionen (!) deutschsprachigen Mitgliedern ist das natürlich eine Mammut-Aufgabe. Wir sprachen mit Marc Christian, dem Vize Präsident für User Service und Fraud Prevention bei Friendscout24.ch.

Das ist FriendScout24.ch:

Bekannteste Partnerportal der Schweiz, umbenannt in LoveScout24 im Juli 2016

Gesamtbewertung:

Grösse der Kartei:

480'000
Schweizer seit 2012

Premium-Kosten:

ab CHF 29.99 pro Monat

Herr Christian, wie würden Sie der alten Dame an der Gemüsetheke mit wenigen Worten Ihren Beruf erklären?
Lassen Sie es mich mit einem einzigen Satz versuchen: Ich verteidige jeden Tag die grössten Werte von Friendscout24: Seriosität und Sicherheit.

Kein alltäglicher Job. Seit wann sind Sie dabei?
Seit über zehn Jahren. Ich würde mich sogar als eines der Urgesteine im Bereich Kundenservice und Sicherheitsthemen bezeichnen. Diese Themen haben bei Friendscout24.ch absoluten Vorrang. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern haben wir deshalb auch einen eigenen Geschäftsbereich, der sich nur damit beschäftigt.

Alles in allem erkennt unser System 90% der falschen Accounts von alleine. Den Rest erledigen wir dann per Hand.

Ist das überhaupt von Nöten? Wie viele Fake-Accounts werden denn so bei FriendScout24 erstellt?
Das sind schon einige. Überlegen Sie sich nur, jeden Tag haben wir bis zu 10‘000 Neu-Anmeldungen. Die meisten sind natürlich neue Kunden, die wir gerne begrüssen. Einige Profile sind aber auch nicht-seriös. Und diese Profile wollen wir nicht bei uns auf der Seite haben. Deshalb checken wir jede Neu-Anmeldung genau und nutzen unsere Augen und Sicherheitsfilter, um die schwarzen Schafe auszusortieren.

Können Sie die Anzahl dieser schwarzen Schafe beziffern?
Jein, denn es ist sehr unterschiedlich. Ich kann Ihnen aber verraten, dass es eigentlich kein Fake schafft, unsere Kontrollmechanismen zu umgehen. Wenn es einer wirklich in die Mitgliederkartei schafft, entlarvt er sich, wenn er aktiv wird. Unser System weiss wie echte Mitglieder sich verhalten und wie nicht – es gibt zum Beispiel Satzbausteine, die bei uns sofort einen Alarm auslösen.

Alles in allem erkennt unser System 90% der falschen Accounts von alleine. Den Rest erledigen wir dann per Hand. Diese schwarzen Schafe entsorgen wir per Hand. Am Ende stehen annähernd 100% echte Profile.

Wie gross ist die Anzahl der Mitarbeiter bei Friendscout24 in diesem Aufgabenfeld?
Unser Arbeitsfeld „Customer Care & Fraud Prevention“ beschäftigt 32 Mitarbeiter. Hier geht es um Telefonsupport, die Beantwortung von Mail-Anfragen oder das Freigeben von User-Texten. Dazu kommt natürlich auch der Bereich „technische Weiterentwicklung“. Hier sind jeden Tag allein fünf Personen aktiv.


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Wie hoch ist der Anteil derer, die anhand von Meldungen anderer User aussortiert werden?

Das ist zum Glück nicht mehr so häufig der Fall – auch dank unserer technischen Filter, die sehr effektiv arbeiten. Letztendlich macht das nur noch etwa 3% der Löschungen aus.

Zahlen die Betrüger dann auch die Beiträge? Und: Lohnt sich das für diese Leute überhaupt?
Wir sind stolz sagen zu können, dass es sich offenbar nicht mehr lohnt. Unsere Anti-Fraud-Massnahmen greifen immer besser. In den letzten 10 Monaten konnten wir die Zahl der falschen Meldungen um sage und schreibe 90% herunterschrauben. Man kann also davon ausgehen, dass die Betrüger immer mehr Angst haben, bei uns aufzufliegen.

Allerdings muss ich auch dazusagen: Die Betrüger zahlen oft mit ergaunerten Bankverbindungen und nicht mit ihrem eigenen Geld. Aber auch das wird in Zukunft immer schwieriger für diese Damen und Herren.

In etlichen Interviews war immer wieder von Betrugswellen die Rede. Können Sie das bestätigen und wo lauert die grösste Gefahr?
In vielen Portalen kann man jeden Tag die ganze Palette der Gefahren sehen. Da werden zum Beispiel Leute in überteuerte SMS-Chats gelockt. Eine attraktive Dame schreibt, dass sie jetzt plötzlich nur noch per SMS erreichbar ist und schon tappen viele Männer in die Falle.

Fraud Prevention bei Friendscout24


Auch Romance Scammer wie die „Nigeria-Connection“ sind natürlich weiter auf dem Markt. Sie verstehen es perfekt, das Vertrauen von Singles zu gewinnen und diese im Anschluss unter emotionalen Druck zu setzen, um Geld zu kassieren. Dann ist auf einmal die Schwester schwer krank und sie brauchen 5‘000 CHF und so.

Bei uns sind diese Betrüger zum Glück fast komplett eliminiert worden in den letzten Jahren. Allerdings sollten die Leute weiterhin vorsichtig sein, wenn es um Geld geht. Auch unser nahezu lückenfreies Sicherheitsnetz hat noch kleinere Schlupflöcher. Es handelt sich dabei ja immer noch um Menschen, die sehr geschickt sind – hin und wieder.

Gibt es Unterschiede bei Betrugsversuchen bei Männern und Frauen?
Ja, auf jeden Fall. Männer werden im Normalfall von überaus gutaussehenden Damen geködert. Wenn der Mann erst mal angebissen hat, kommen Fragen zur Möglichkeit ein Visum zu bekommen und Ähnliches. Natürlich geht es auch fast immer um Geld.

Wie bei den Frauen. Hier werden wiederum oft ältere seriös wirkende Herren eingesetzt. Diese brauchen dann nach mehreren Wochen Kontakt plötzlich Geld, weil irgendjemand gestorben ist oder Sie eine Erbschaft auslösen müssen.

Und darauf fallen Leute rein?
Man glaubt es nicht, oder? Aber so durchschaubar das alles scheint. Es gibt immer wieder geprellte Opfer. Sonst würden die Betrüger das ja auch nicht machen.

Werden Sie Ihre Mitgliederkartei irgendwann komplett von solchen Fakes befreit bekommen?
Das ist natürlich unser Ziel. Aber ich möchte jetzt auch keine Märchen erzählen. 100%ige Sicherheit wird es nie geben. Unser Ziel ist es, mit harter und präziser Arbeit, das Maximale herauszuholen für unsere Kunden und die bestmögliche Sicherheit zu bieten. Schwarze Schafe sollen bei uns ein ganz hartes Leben haben.

Bleibt eine letzte Frage, die uns schon länger auf den Nägeln brennt. In einigen Internetforen liest man von Mitgliedern, die sagen, dass auf 100 Mails von ihnen keine einzige Antwort kam und „alles nur Fake ist“.
Diese Beiträge in den genannten Foren habe ich auch schon gesehen. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Wir bekommen jeden Monat über 7'000 positive Feedbacks unserer Mitglieder in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Sie alle schreiben uns, dass sie sich über unser Portal verliebt haben. Nicht umsonst sind wir die Nummer 1 in diesen drei Ländern.

Trotzdem glaube ich aber, dass es auch bei uns Mitglieder gibt, die keine einzige Antwort erhalten. Allerdings zu Recht. Denn Online-Dating ist keine Sache, die man mal so nebenbei macht. Wer anderen nur Standardtexte, am besten noch mit obszönen Anspielungen, schickt, der wird nicht viel Erfolg haben auf Friendscout24.ch. Ein bisschen Mühe, ein bisschen Kreativität – und jeder wird bei uns seinen Spass haben. Garantiert!

Marc Christian, vielen Dank für das nette Gespräch und alles Gute für Sie und Friendscout24!

Neugierig geworden?

Das Interview führte:

Daniel Baltzer beobachtet seit 2005 die Online-Dating-Szene in der Schweiz und gilt in den Medien als führender Experte zum Thema. Seine Frau hat er allerdings nicht online kennen gelernt.
» Ich freue mich auf Ihre Anregungen!

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