Fake Profile erkennen und meiden

Alle Tricks der Betrüger aufgedeckt:
Fake Profile erkennen und meiden

Daniel BaltzerDaniel Baltzer
Aktualisiert am 26. November 2019

Fake Profile werden aus den verschiedensten Gründen ins Netz gestellt. Wir haben die Machenschaften der Betrüger aufgedeckt! Und zeigen Ihnen, worauf Sie beim Online-Dating achten müssen, um nicht in die Fake-Falle zu tappen!


1. Welche Arten von Fake-Profilen gibt es beim Online-Dating?

Beginnen wir mal mit den Basics: Was ist denn überhaupt ein "Fake"? Sagen wir mal so: Der in einer Flirtbörse mit Wort und Bild beschriebene User existiert so gar nicht. Das kann zwei Gründe haben: Jemand skizziert sich in einer Flirtbörse bewusst falsch oder die im Dating-Profil beschriebene Person gibt es "in echt" gar nicht.

Dahinter stecken natürlich vielfältige Motivationen der Betrüger - und auch das Schadenspotenzial ist sehr unterschiedlich: Von "ein bisschen Zeit verlieren" über "eine gewisse Menge Geld verlieren" bis hin zum Extremfall "umgebracht werden". Der letztere Fall ist allerdings eher selten ist.

1.1. Fake Profil: Ein echter Single übertreibt

Fake in Flirtbörse

Mogeln wir nicht alle ein bisschen, wenn wir uns beim Online-Dating beschreiben sollen? Studien belegen das, aber vorsätzliche "grosse Lügen" gehen aber zu weit! Nur, wo ist die Grenze?

    - Petra mit dem dicken Popo gibt an: Figur "normal".
    - Der verheiratete Hans will einen Seitensprung und surft daher als "Single".
    - Peters "Sportwagen" ist ein tiefergelegter VW Polo.
    - Anna, die Zickige beschreibt sich "ausgeglichen" und "tolerant".
    - Marias Alter ist nicht 35, sondern knapp 40, weil sie sich noch so jugendlich fühlt.
    - Michael, mit dem Eigenheim, wohnt noch bei seinen Eltern.

    Wie weit ist die Verbreitung?
    Wir schätzen, rund 10-20% aller Kontaktanzeigen sind in einigen Punkten stark aufgemotzt.

    Wer macht denn das?
    Nach unserer Erfahrung sind es überwiegend die Männer, die sich bewusst falsch beschreiben, um damit irgendetwas zu erreichen. Frauen schummeln auch schon mal, meist mit dem Alter. Blöd nur, dass das meiste beim ersten Blinddate herauskommt...

    Wo sind diese Fakes anzutreffen?
    Überall!

    So wehren sich gute Singlebörsen:
    Für die Singlebörsen ist es natürlich unmöglich zu ermitteln, wie Petras Popo beschaffen ist. Allerdings können Mitglieder, die bewusst die Unwahrheit sagen, an den Kundensupport gemeldet (und dann ausgeschlossen) werden, so dass andere zumindest in der Folgezeit geschützt werden.

    So erkennen Sie diese Fakes:
    Es kommt Ihnen etwas komisch vor? Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl! Bitten Sie vor dem ersten Treffen um weitere Fotos, telefonieren Sie vorher, lernen Sie sich besser kennen. Der oberflächliche Fake-Account, dem nichts an Ihnen legt, verliert dann auch schnell die Lust.


    1.2. Singlebörsen-Fake aus Spass: Peter spielt Petra

    Flirt Fakes

    Ein männlicher Spassmacher entwirft ein weibliches Profil, um mal zu testen, wer sich darauf so alles meldet.

    Wie weit ist die Verbreitung?
    früher Männer-Volkssport, heute eher selten

    Wer macht denn das?
    Männer, die andere Männer veralbern wollen

    Wo sind diese Fakes anzutreffen?
    kostenlose Kontaktanzeigen-Portale und Singlechats

    So wehren sich gute Flirtbörsen:
    Über 90% dieser Spässe sind so leicht zu durchschauen, dass sie die Prüfinstanzen der Singlebörsen nicht überleben. Im Zweifelsfall fragen die Prüfer einfach nochmal nach und verlangen in Ausnahmefällen sogar eine Kopie des Personalausweises.

    So erkennen Sie diese Fakes:
    Die Kombination aus einem unglaublich Model-mässigen Foto (oft sogar von Promis!) und einem völlig niveaulosen Text sollte Ihnen sehr verdächtig vorkommen...

    Sichere Portale ohne Fake-Profile:



     

    1.3. Fake Account mit Hintergedanken: Prostituierte auf Kundenfang

    Flirt Fakes

    Uschi hat SEHR erotische Fotos im Profil. Gerne gibt sie sich auch dem nächstbesten Mann hin. Allerdings nicht privat, sondern gegen Bares. Das merkt Mann aber erst auf den zweiten Blick...

    Wie weit ist die Verbreitung?
    eher selten

    Wer macht denn das?
    Prostituierte, die das Internet entdeckt haben.

    Wo sind diese Fakes anzutreffen?
    Fast nur auf reinen Sexkontakt-Portalen, aber auch in kostenfreien Singlechats.

    So wehren sich gute Singlebörsen:
    Je nach Unternehmensphilosophie werden einschlägige Profile gelöscht oder gesondert gekennzeichnet.

    So erkennen Sie diese Fakes:
    Erstens: Fotos, die selbst die nymphomanische Nachbarin nicht herausgeben würde. 
    Zweitens: Klassische Szene-Formulierungen, wie "gelangweilte, immer g*** Hausfrau möchte Taschengeld aufbessern" oder "heisse Studentin, die sich Sorgen um die Studiengebühr macht"


    1.4. Fake-Alarm: Die Kontaktanzeige als Werbemüll

    Flirt Fakes

    Diese Art des Fakes ist sehr weit verbreitet und vergleichbar mit den Spam-E-Mails, die Sie jeden Tag erhalten: Geschäftemacher missbrauchen Flirtbörsen als Werbeplattform, indem sie massenhaft Frauen-Kontaktanzeigen erfinden und dann per FlirtMail Tausende von männlichen Mitgliedern vollmüllen.

    Wie weit ist die Verbreitung?
    Diese Fake-Variante ist mit am häufigsten anzutreffen.

    Wer macht denn das?
    Unseriöse Services, die auf diese Art und Weise Männer locken wollen.

    Wo sind diese Fakes anzutreffen?
    Fast nur in Singlebörsen, die Frauen kostenlos nutzen können.

    So wehren sich gute Singlebörsen:
    Sie schreiben in ihr Kleingedrucktes: "Wer unsere Plattform für Werbung missbraucht, muss CHF10'000 Strafe zahlen!" und verklagen alle, die sie selbst entdecken oder die von genervten Mitgliedern gemeldet werden. Und sie kontrollieren alle Profile und E-Mails automatisch auf verdächtige Begriffe wie "SMS", "0900" oder Links. Meist werden dazu bereits Mechanismen eingesetzt, die direkt beim Versenden solcher Nachrichten einen "Alarm" beim Kundenservice auslösen.

    So erkennen Sie diese Fakes:
    "Völlig normale" Frauen möchten Sie dringend kennenlernen, aber nicht einfach per Mail, wie es sich anbieten würde, sondern auf anderem und teurerem Wege. Die drei Klassiker sind:

    • "Hier bin ich nicht so oft, denn auf www.xyz.de gefällt es mir viel besser und ich habe dort auch einige freizügige Fotos von mir."
    • "Weil das Internet für mich so unsicher ist, rufe mich doch einfach unter 0900-123456 an und verlange PETRA."
    • "Hallo, ich bin Petra und finde Dich süss. Mit meinem Computer kann ich nicht so gut umgehen. Schreib' mir doch einfach eine SMS an 444444 mit dem Stichwort PETRA"

    Solche Mails sofort in den Papierkorb verschieben und das Profil melden.


    1.5. Bezahlte Fake Profile: Professionelle Animateure

    Flirt Fakes

    Das Portal ist hochglanzmässig gestylt und die Profile sind zu schön, um wahr zu sein. Wer die Damen kontaktieren möchte, kann das aber nur via SMS (CHF 3.-- oder mehr) - so funktioniert das Portal eben.

    Allerdings: Die Damen sind gar keine Damen. Sie werden von Animateuren gespielt, die in irgendwelchen Hinterhöfen sitzen und versuchen werden, Sie "bei der Stange" zu halten.

    Wie weit ist die Verbreitung?
    Fast alle SMS-Flirtbörsen!

    Wer macht denn das?
    Dieselben Firmen, die nachts im TV Werbung schalten "Sofortkontakt in Deiner Nähe!". Die sagen sich: Warum teure Fernseh-Werbung? Wir basteln schnell eine SMS-Flirtbörse!

    Wo sind diese Fakes anzutreffen?
    Fast alle SMS-Flirtbörsen, die Sie im Internet finden.

    So erkennen Sie diese Fakes:
    Erstens: Finger weg von INTERNET-Flirtbörsen, wo das Kontaktieren unpraktischerweise nur via SMS möglich ist. Fragen Sie sich mal, warum man dort nicht per Mail Kontakt aufnehmen kann!
    Zweitens: Lesen Sie die AGB (das Kleingedruckte)! Dort steht dann irgendwo in Paragraph 17: "Dem Nutzer ist bekannt, dass Animateure eingesetzt werden, die sich wahlweise als Frau oer Mann ausgeben können." Damit sind die Anbieter nämlich rechtlich abgesichert und Sie können die CHF 1'000, die Sie verplempert haben, nicht zurückverlangen.


    1.6. Der neueste Trend der Betrüger: Romance Scam

    Flirt Fakes

    Die Nigerianer, die früher mit ihren schlechten E-Mails nach dem Schema "Ich bin ein König, hol mich hier raus!" nervten, haben die Online-Dating-Welt als neues Betätigungsfeld entdeckt und gehen getarnt als englischsprachige Geschäftsleute auf die Jagd nach leichtgläubigen Frauen, die dann am Ende des Liebesgesäusels Geld nach Nigeria überweisen sollen.

    Da ist die grosse Liebe nämlich kurz vor Abflug zum ersten Treffen in Zürich völlig zu unrecht verhaftet worden - und nur das Geld aus der Schweiz kann ihn retten...

    Wie weit ist die Verbreitung?
    Sehr weit! Da die Schweizer als reich gelten und einen internationalen Umgang gewöhnt sind, mögen Nigerianer die Schweiz sogar noch lieber als Deutschland oder Österreich! Übrigens: Die Amerikaner senden jährlich über 50 Millionen Dollar an die Romance Scammer!

    Wer macht denn das?
    Die gute alte Nigeria-Connection - und in der Westschweiz wildert die Elfenbeinküste - wegen der sprachlichen Nähe...

    Wo sind diese Fakes anzutreffen?
    Die können Ihnen überall in der Online-Dating-Szene begegnen, primär allerdings dort, wo es kostenlos ist.

    So erkennen Sie diese Fakes:
    In 80% aller Fälle sind Frauen über 30 betroffen. Und in 99% aller Fälle handelt es sich um englische Geschäftsleute, die mit der Liebestür ins Haus fallen. Solche Anfragen sollte man einfach direkt löschen oder noch besser an die Flirtbörsen melden.

    Sichere Portale ohne Fake-Profile:



     

    2. Wie erkenne ich gefakte Bilder und Profile in Singlebörsen?

    Die Methoden der Faker werden immer raffinierter. Zwar setzen - vor allem kostenpflichtige Singlebörsen - ausgefeilte Mechanismen ein, um Fake Profile zu erkennen, doch erkennt erst ein menschliches Auge, ob gefakt wurde oder nicht. Auch Sie selbst können sich schützen, indem Sie wachsam sind beim Online-Dating. Ein paar Möglichkeiten, um einem Fake Account auf die Schliche zu kommen, lernen Sie bei uns.

    2.1. Rückwärts-Bildersuche am PC

    Sind Sie unsicher, ob Sie eventuell gerade mit einem Fake Profil flirten? Oder kommt Ihnen ein Bild seltsam bekannt vor? Dann können Sie im ersten Schritt mit der Rückwärts-Bildersuche am PC checken, ob dieses Bild noch irgendwo anders im Internet verwendet wird.

    Die Rückwärts-Bildersuche am PC ist wirklich recht einfach:

    Variante 1: Sie klicken mit der rechten Maustaste auf das vermeintliche Fakefoto. Dann wählen Sie aus den Möglichkeiten "Mit Google nach Bild suchen" und schon zeigt Ihnen Google, ob und wo das Foto ebenfalls im Netz zu finden ist.

    Google Rückwärtssuche am PC

    Variante 2: Falls Sie Google nicht als Standardbrowser nutzen, speichern Sie sich das Profilbild, das Sie als Fake in Verdacht haben, auf Ihrem Computer. Surfen Sie anschliessend zur Google Bildersuche und ziehen Sie das Foto in den Suchschlitz. Als Ergebnis sehen Sie die Webseiten, auf denen das gleiche Bild zu finden ist.


    2.2. Umgekehrte Bildersuche am Handy

    Bei Flirt-Apps wie bspw. Tinder oder Badoo ist es nicht so einfach, direkt am Smartphone nach Fake-Bildern zu fahnden. Aber wir haben einen Trick gefunden für Sie!

    1. Zuerst machen Sie einen Screenshot von dem Profilbild, das Sie überprüfen möchten. Schneiden Sie es so zu, dass nur das Foto übrig bleibt und speichern Sie dieses Bild in Ihrem Fotoalbum.
    2. Surfen Sie nun zu ctrlq.org/google/images/, klicken Sie auf "Upload" und wählen Sie das entsprechende Bild aus Ihrem Smartphone-Speicher. Scrollen Sie dann auf der Seite weiter nach unten und klicken Sie auf die Schaltfläche "Show Matches".
    3. Nun öffnet sich ein neues Fenster und Sie können checken, ob das Profilbild bereits bei Google erkannt wird bzw. auf anderen Seiten verwendet wird.
    Google Fake bilder mobil erkennen

    2.3. Aufgepasst: Ungewöhnliche Nachrichten

    Sind wir ehrlich: Es wird immer schwieriger, Fake-Bilder in Zeiten von Photoshop und etliche lustigen Filtermöglichkeiten zu entlarven. Deshalb heisst es auch bei den Nachrichten, die Sie auf Dating-Portalen erhalten, ein bisschen wachsam sein.

    Erhalten Sie bereits begeisterte Nachrichten anderer Nutzer, obwohl Ihr Dating-Profil noch gar nicht richtig ausgefüllt ist? Das ist schon ungewöhnlich und verdächtig. Warum sollte jemand Interesse an Ihnen zeigen, wenn Sie bislang noch keinerlei Infos oder ein Foto bei der Singlebörse hochgeladen haben? Solche Kontaktanfragen einfach löschen.

    Zitat:
    Oh, dein Profi ist toll, schreib mir schnell!

    Ebenfalls aufhorchen sollten Sie, wenn die erhaltenen Nachrichten sehr neutral und belanglos sind. Quasi wie eine Massenmail wirkt. Okay, für einige Singles scheinen Massenmails ein gutes Werkzeug zu ihrem Glück zu sein. Allerdings sollten Sie dann darauf achten, ob von Ihnen gestellte Fragen auch beantwortet werden oder ob auf Ihre Nachricht eingegangen wird. Falls nein - Finger weg.


    2.4. Fake Handynummer erkennen

    Um herauszufinden, wer sich hinter einen bestimmten Telefonnummer verbirgt, gibt es drei Möglichkeiten:

    1. Sie können die Handynummer in einer Datenbank suchen. Ein möglicher Anbieter wäre dafür Sync.me. Diese Datenbank hat etliche Telefonnummern aus zahlreichen Ländern gespeichert. Wichtig hierbei: Sync.me erhält seine Daten überwiegend von den Nutzern, die ihre Kontaktliste mit dem Anbieter teilen. Des Weiteren können Sie online auch auf local.ch bzw. ZIP.ch zurückgreifen, um eine Telefonnummer zu checken.
    2. Einen Nummerncheck können Sie zudem via Google durchführen. Dazu geben Sie die Rufnummer im Google-Suchschlitz ein. Achten Sie darauf, dass die Telefonnummer in Anführungsstriche gesetzt ist. Nur so sucht Google exakt nach dieser Zahlenfolge.
    3. Eine Fake-Rufnummer überprüfen durch Zurückrufen ist die dritte Möglichkeit. Hier gibt es die Option mit einem kleinen Trick direkt die Mailbox der Nummer anzurufen. Mittlerweile besprechen viele Nutzer ihre Mailbox persönlich. Um herauszufinden wer Sie angerufen hat, setzen Sie eine bestimmte Zahl vor die Mobilnummer. 0860 ist die Direktwahl zu den Comboxen von Mobiltelefonen, bspw. 0860 071 yyy zz xx.

    2.5. Betrugsversuche mit gefälschten Facebook Profil

    Bei vielen Dating-Portalen kann man sich das lästige Anmelden via Mail-Adresse sparen und loggt sich einfach mit seinem Facebook-Profil ein. Bei Tinder war dies unter anderem lange Zeit die einzige Möglichkeit. Unter anderem, weil Tinder die Interessen und Freunde aus den Facebook-Profilen saugt, um mehr oder weniger passende Matches zu präsentieren. Da überrascht es nicht, dass eine Vielzahl an Facebook-Profilen gefakt sind.

    Sollten Sie z.B. bei der Bilder-Rückwärtssuche auf ein Facebook-Profil stossen, schauen Sie es sich etwas genauer an. Auch hier können Hinweise zu finden sein, die einen Betrüger oder einen Fake entlarven. Gehen Sie folgende Fragen durch:

    • Seit wann ist das Profil aktiv?
    • Hat das Facebook-Profil nur wenige Interaktionen?
    • Gibt es nur wenige Freunde oder Follower?
    • Wie schauen die Like-Angaben aus?
    • Gibt es Widersprüchlichkeiten in der Facebook-Timeline?

    So können Sie grob abschätzen, ob Sie gerade mit einem Fake Account schreiben oder nicht.


    2.6. Quickcheck: So erkennen Sie, dass Sie mit einem Betrüger flirten

    Wenn Sie diese 5 Punkte bejahen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie gerade mit einem Betrüger bzw. mit einem Fake Profil in einer Singlebörse flirten.

    1. Die erste Nachricht an Sie klang recht unpersönlich. Es wurde kaum auf Ihr Dating-Profil eingegangen und kann genauso gut an zig andere Singles verschickt werden.
    2. Die Nachricht enthielt ungewöhnlich viele Rechtschreibfehler.
    3. Das Profil weist eine hohe Übereinstimmung mit Ihren Vorlieben und Interessen, die Sie auf Ihrem Profil angaben auf. Zudem ist das Dating-Profil "frisch" angelegt.
    4. Das Profilbild kann ebenso gut aus einer Model-Kartei stammen.
    5. Sie wollen rasch Nägel mit Köpfen machen und ein Treffen vereinbaren, aber Ihr Flirtpartner verschiebt immer wieder Treffen. Zudem weicht er konkreten Fragen geschickt aus.

    Hören Sie einfach auch auf Ihr Bauchgefühl, lassen Sie sich nicht von hübschen Worten täuschen und vertrauen Sie auf Ihren Menschenverstand.


    3. So arbeiten die Betrüger mit Fake-Bildern und Fake-Accounts

    Fake-Accounts und Scammer fügen sowohl Singles als auch Dating-Portal-Anbietern jährlich hohen Schaden zu. Die Singlebörsen kommen kaum nach und entwickeln daraufhin immer strengere Kontrollmechanismen. Doch meist bleiben nur hochpreisige Partnervermittlungen von Scammern verschont. Gratis-Dating-Apps wie bspw. Tinder setzen da nur auf die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer.

    Professionelle Betrüger bauen sich regelrecht neue Identitätswelten auf, komplett mit Profilen auf Businessplattformen wie LinkedIn und einigen "Verwandten" in Sozialen Netzwerken. Der Aufwand lohnt sich, denn die Sehnsucht nach einer neuen Partnerschaft oder einem leicht erreichbaren erotischen Abenteuer ist hoch bei den Opfern. Und diese kann man einfach blenden und dann u.a. finanziell ausnehmen. Geld verdienen mit Fake Profilen ist lukrativ. Doch wie einfach ist es eigentlich ein Fake-Profil aufzusetzen? 

    3.1. Geklaute Bilder aus dem Internet

    Viele Betrüger klauen einfach Fotos aus dem Internet, um damit ihren Fake Account zu schmücken. Hierzu nutzen sie entweder eine der zig kostenlosen Bilderdatenbanken oder speichern sich Fotos von realen Menschen, die sie z.B. auf Instagram oder Facebook finden.

    Mittels Photoshop oder ähnlichen Programmen ist es mittlerweile sehr einfach, eine Fake Identität zu erstellen. Dann ist es recht schwierig, eine Rückwärts-Bildersuche am PC oder Smartphone durchzuführen. Dennoch ist die Rückwärtssuche eine gute Methode, um ein geklautes Bild zu erkennen.

    3.2. So einfach: Gefakte Handynummer bekommen!

    Jeder weiss wie rasch man eine gefakte E-Mail-Adresse bei irgendeinem Freemium-Anbieter erstellen und nutzen kann. Doch was ist mit gefakten Handynummern? Sind die Nutzer nicht immer auch irgendwo namentlich registriert? Bereits seit 2004 ist es in der Schweiz Pflicht, sich beim Kauf einer SIM-Karte registrieren zu lassen. Österreich und Deutschland zogen erst 2017 nach.

    Dennoch kann man easy im Internet eine unregistierte Telefonnumer benutzen, um z.B. seiner Fake Identität Seriosität zu verleihen. Auf Seiten wie sms-empfangen.com kann man ohne Registrierung SMS versenden und empfangen. So kann man recht einfach Verifizierungsmassnahmen von Dating-Portalen aushebeln.

    Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, solche Dienste missbräuchlich zu nutzen, dem sei der Hinweis des Betreibers ans Herz gelegt: Dieser Dienst unterstützt kein illegales Verhalten! Dienste und Unternehmen können Missbrauch melden. Wir werden unerwünschte SMS so schnell wie möglich entfernen. Gemäss § 7 Abs. 1 Nr. 1 WpHG 1 TMG (Telemediengesetz)


    3.3. Ist es strafbar, ein Fake Profil zu erstellen?

    Wen es jetzt in den Fingern juckt, selbst eine Fake Identität zu erstellen: Bitte lassen Sie es! Letztlich machen Sie sich damit eventuell strafbar. So gilt es u.a. zu unterscheiden, ob der Fake Account mit einer komplett erfundenen Identität kreiert wurde oder ob sich beim Erstellen an einer real existierenden Identität bedient wurde (Stichwort Identitätsdiebstahl - und dieser ist strafbar.).

    Werden mit einem Fake-Account mit einer rein fiktiven Identität strafrechtlich relevante Handlung (Verleumdung z.B.) begangen, ist der Ersteller für diese belangbar. Die Intention des Fake-Profil-Erstellers und die Art & Weise wie der Fake-Account verwendet wurde, sind ebenfalls Faktoren, ob und in welchem Masse eine strafbare Tat begangen wird.

    Zitat:
    Fake-Profile verstossen gegen die Nutzungsbedingungen der meisten Dating-Portale.

    Da Fake-Profile mit eines der grössten Probleme vieler Dating-Anbieter ist, sind die Nutzungsbedingungen dementsprechend angepasst. Verstösst ein Nutzer gegen diese Nutzungsbestimmungen, muss er damit rechnen, dass sein Profil gesperrt wird.

    Aber so etwas machen Sie ja nicht... Bei der Partnersuche im Netz sollten Sie auf Fake Identitäten verzichten, schliesslich suchen Sie ja auch keinen Fake. :)


    4. Fake Account entlarvt – und nun?

    Was können Sie tun, wenn Sie z.B. mit der Google Rückwärtssuche gefakte Bilder entdeckt haben? Oder vielleicht noch schlimmer, Sie haben einen Account entdeckt, der Ihre Identität verwendet? Leider nicht viel, aber ein paar Tipps haben wir für Sie.

    4.1. Hilfe, meine Fotos wurden für eine Fake Identität missbraucht

    Identitätsdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt! Wie unauffällig dies jedoch passieren kann, zeigt unter anderem das Erlebnis einer Bento-Redakteurin, deren Bilder und Identität mit einem Tinder-Fake ohne ihr Wissen auf Männerfang ging.

    • Wenn Sie sich selbst in sozialen Netzwerken oder Dating-Portalen entdecken, informieren Sie umgehend den Betreiber der Seite inklusive der Bitte, das Fake-Profil zu sperren und entsprechende Beiträge zu entfernen.
    • Scheuen Sie sich nicht, bei z.B. der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und dem Konsumentenforum Schweiz (KF) nach Hilfe zu ersuchen.
    • Sagen Sie Bekannten, Freunden und Kollegen bescheid, dass jemand mit Ihrer Identität im Internet aktiv ist. So können Sie eventuell weitere Seiten aufspüren, wo der Fake Account verwendet wird.
    • Überprüfen und ändern Sie all Ihre Passwörter und prüfen Sie sämtliche Geräte, die Sie für Besuche im Internet nutzen, auf Viren und Schadsoftware.
    • Und zu guter Letzt: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Identitätsklau ist strafbar.

    4.2. Betrüger will Geld von mir – was kann ich tun?

    Einfache Antwort: NICHT ZAHLEN!

    Das Ziel von Scammern und diesen Heiratsschwindlern 2.0 ist nicht, Sie glücklich zu machen. Auch wenn Ihnen im Vorfeld suggeriert wird, dass Sie die grosse und einzige Liebe für ihn sind. Wenn das Herz voll Sehnsucht nach einer neuen Liebe oder Partnerschaft ist, ist es auch offen für Betrügereien. Darauf setzen diese Verbrecher!

    Zitat:
    Erfundene Schicksalsschläge, Krankheiten und Unwegbarkeiten - all dies dient nur dazu, um Ihnen Geld abzuknöpfen.

    Meist geht es mit Kleinstbeträgen los und kann sich zu Geldforderungen bis zu CHF 10.000 steigern. Fast monatlich liest man von Singles, die Scammern aufgesessen sind.

    Wir haben einen grossen separaten Ratgeber zum Thema "Lovescam - Heiratsschwindler 2.0" verfasst. Sollten Sie betroffen sein oder einen Flirtpartner in Verdacht haben ein Scammer zu sein, finden Sie dort weitere Informationen.


    4.3. Fake-Profile bei Dating-Portalen melden

    Entdecken Sie ein offensichtliches Fake Profil bei einem Dating-Portal, können Sie es direkt dem Betreiber melden. Dieser checkt dann das entsprechende Profil und sperrt es gegebenenfalls.

    Meist bieten die Dating-Portal-Macher die "Fake-Meldung" direkt im Profil jedes Nutzers an. Auch sie wissen, dass die Betrüger immer ausgefeiltere Techniken nutzen. Deshalb sind sie auch auf die Mithilfe und Aufmerksamkeit ihrer Nutzer angewiesen.

    Finden Sie keine Möglichkeit auf dem Profil, um den Fake zu melden, wenden Sie sich an den Kundensupport. Meist reagieren die Mitarbeiter dort umgehend.

    Sichere Portale ohne Fake-Profile:



     

    5. So schützen Sie sich gegen Fake-Accounts

    Ja, im Internet lauern Gefahren, nicht nur auf Singlebörsen. Grundsätzlich sollten Sie bei all Ihren Aktivitäten im Netz vorsichtig sein. Wenn Sie jedoch aufgeklärt und wachsam im Netz unterwegs sind, können Sie beim Online-Dating prima eine neue Partnerschaft finden und leicht Fake Profile erkennen.

    5.1. 5 Tipps: Sicher in Singlebörsen unterwegs

    Mit diesen 5 Grundregeln für die Partnersuche in Singlebörsen sind Sie schon mal gut gewappnet.

    1. Verwenden Sie eine Mail-Adresse zur Anmeldung, die Sie ausschliesslich fürs Online-Dating angelegt haben. Verzichten Sie bei der Wahl der Mail-Adresse auf sehr persönliche Informationen wie z.B. Ihren Familiennamen.
    2. Checken Sie die AGB, bevor Sie sich anmelden. Portale, die z.B. professionelle Fakes einsetzen, vermerken dies in den AGB oder Nutzungsbedingungen, um rechtlich abgesichert zu sein.
    3. Gehen Sie sehr sparsam mit dem Veröffentlichen privater Details um. Kein Dating-Partner muss Ihre komplette Adresse oder Familiennamen kennen.
    4. Klingt der Flirt zu gut, um wahr zu sein, sollten Sie skeptisch werden und checken, ob Sie vielleicht mit einem Fake flirten.
    5. Verschicken Sie niemals Geld an Menschen, die Sie noch nie in der Realität getroffen haben (Es ist heutzutage bereits sehr einfach, auch Skype-Gespräche zu faken.). Egal wie schrecklich sich die vorgeschobenen Geschichten anhören - es geht nur darum, Ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen.

    5.2. Das sollten Sie bei Dating-Apps beachten

    Es gibt kaum noch einen Single, der keine Dating-App auf seinem Smartphone hat. Doch auch bei den Dating-Apps gibt es so einige Fallstricke, über die Sie bei der Partnersuche stolpern können.

    Wichtig ist hierbei, dass Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen. Die beiden grössten Appstores sind iTunes (iOS) und Playstore (Android). Beide prüfen bis zu einem gewissen Grad die Apps, die dort angeboten werden.

    Bock die neuste, fresheste App auszuprobieren? Dann sollten Sie im Appstore die Bewertungen checken. Hat die App noch keine Bewertungen, dann sollten Sie einfach noch ein, zwei Wochen warten mit dem Download.

    Dem Thema "Sicherer Umgang mit mobilen Dating-Apps" haben wir einen eigenen Ratgeber gewidmet. Darin erklären wir Ihnen, worauf Sie besonders achten müssen und welche Zugriffsrechte bei welchen Dating-Apps gefordert sind.

    Viele Nutzer haben nicht auf dem Schirm, wie sorglos sie mit ihren Daten im Internet umgehen. Gerade beim Online-Dating sollte man bewusst persönliche Daten sparsam einsetzen.


    5.3. Seriöse Anbieter: Partnersuche ohne Fake Profile

    Auch bei den grossen Singlebörsen können Sie auf einen Fake Account treffen. Allerdings in deutlich geringerer Anzahl als bei kostenlosen Dating-Plattformen. Die meisten Scammer und Faker vermeiden es, Geld zu investieren, um ihre Opfer aufzuspüren.

    Seriöse Anbieter haben ein Impressum, das den Firmensitz in Europa ausweist. Zumeist gibt es einen Kundenservice / Kundensupport, der schnell und effektiv weiterhilft bei Fragen.

    Die AGB geben Ihnen übrigens auch Auskunft über die Kündigungsformalitäten. Wenn diese nicht komplett verwirrend verfasst sind, sondern klar und einfach, spricht dies ebenfalls für die Seriosität des Betreibers.


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    Daniel Baltzer
    Daniel Baltzer
    Daniel beobachtet seit 2005 die Online-Dating-Szene in der Schweiz und gilt in den Medien als führender Experte zum Thema "Fake Profile erkennen".

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